Wie wir testen

Natürlich kann man bei einer so höchst subjektiven Kategorie wie Geschmack nie wirklich „gerechte“ Urteile fällen. Dennoch ist es unser Hauptanliegen, jeden Burger möglichst angemessen zu bewerten. Da jeder Burger ein Individuum ist, kommen Qualitätsschwankungen innerhalb eines Ladens selbst bei der standardisiertesten Burger-Produktion vor. Wir können leider immer nur die Burger bewerten, die uns vorgesetzt werden. Unsere Stichproben sind also jeweils sehr klein. Daher nehmen wir die Meinungen, Einschätzungen und Bewertungen anderer Burger-Experten sehr ernst. Und freuen uns immer über Feedback, Kritik, Anregungen und vor allem Tipps, wo man unbedingt noch einen Burger testen sollte… [Kontakt]

 

Bewertungskriterien:
Um dennoch ein wenig Transparenz und Nachvollziehbarkeit bezüglich unserer Burger-Tests herzustellen, stellen wir hier kurz dar, wie wir testen und was dabei unsere Kriterien sind. Ambiente, Atmosphäre, Service und Sauberkeit sind interessante Aspekte, aber nicht für uns. Für einen gelungenen Abend in einem Burger Restaurant sind diese Kriterien sicher von Belang, wir verstehen uns aber nicht als Restaurant-Tester, sondern als Burger-Fans. Wenn wir einen Burger Testen setzen wir die Scheuklappen auf und fokussieren DEN BURGER.

 

Patty:
Beim Fleisch kommt es uns nicht nur auf den Geschmack an, sondern auch auf andere Aspekte:

Wir bewerten es in der Regel positiv, wenn es sich um selbstgemachte (oder sogar selbstgewolfte) Patties aus frischem Hackfleisch (mit einem angemessenen Fettanteil: 20-30%) und nicht um Tiefkühl-Patties handelt, wenn es zart ist und nicht knorpelig (also z.B., ob es fein genug gewolft ist), wenn es gegrillt ist und nicht gebraten, wenn es außen knusprig geröstet (Röstaromen!) ist und innen medium und saftig, und wenn es eine Stärke hat, die es erlaubt es medium zu grillen (mind. 1,5 cm). Welches die perfekte Stärke für ein Patty ist, hängt jeweils von der Stärke der Buns und der Stärke sowie der Menge des Belags ab, sie liegt in der Regel zwischen 1,5 und 4 cm.

(+) selbstgemacht
(+) selbstgewolft
(+) frisch
(+) angemessener Fettanteil
(+) Bio
(+) zart/fein
(+) gegrillt
(+) knusprig/geröstet
(+) medium
(+) saftig
(+) gute Stärke (1-4cm)

(-) tiefkühl
(-) (in Fett) gebraten
(-) (zu) durch
(-) trocken
(-) knorpelig
(-) zu dünn/dick

 

Buns:
Wir mögen frische Buns, die entweder selbstgebacken sind oder frisch von einem Bäcker geliefert wurden. Wir bewerten es in der Regel positiv, wenn die Brötchen leicht, fluffig und knusprig (also gut angetoastet) sind, wenn sie dünn, aber stabil sind und zurückhaltend im Geschmack. Denn es geht beim Burger um die Patties! Die Funktion der Buns ist es, die Patties, den Belag und die Soßen zusamenzuhalten – sie sind Anfasser, die es im Idealfall ermöglichen, den Burger zu essen, ohne sich komplett einzusauen…

(+) knusprig
(+) leicht
(+) fluffig
(+) zurückhaltend
(+) stabil
(+) dünn
(+) selbstgebacken

(-) labbrig
(-) dicht
(-) zäh
(-) brüchig
(-) dick
(-) zu süß
(-) viel Eigengeschmack
(-) Fertig-Buns

 

Belag:

Mit den üblichen Komponenten (Zwiebeln, Tomaten, saure Gurken, Salat) kann man beim Belag nicht viel falsch machen. Sie müssen nur frisch, gut geschnitten und gut dosiert sein. Aber auch gelegentliche Abwechslungen sind uns herzlich Willkommen (z.B. geröstete Zwiebeln, Bacon und Ei). In der Käsefrage präferieren wir echten Käse (gut sind z.B. Cheddar und Emmentaler). Da Käse allerdings nicht nur sehr lecker, sondern zuweilen auch recht dominat ist, bemühen wir uns allerdings, aus Gründen der Vergleichbarkeit zunächst möglichst nur käsefreie Burger zu testen, um den reinen Fleischgeschmack besser wahrnehmen und vergleichen zu können.

(+) frisch
(+) nicht zu dick
(+) gut dosiert
(+) echter Käse

(-) labbrig
(-) in dicke Bolzen geschnittene Gurken, Zwiebeln, Salat
(-) zu viel Salat
(-) „Plastikkäse“
(-) Käsesorten, die zu stärk oder zu wenig schmelzen
(-) Käsesorten mit zu strengem Eigengeschmack
(-) ungescholzener Käse

 

Soße:
In der Regel bewerten wir es positiv, wenn die Burger-Soße selbstgemacht ist. Bei der Soße kommt es allerdings vor allem auf den Geschmack an. Und es gibt durchaus auch leckere Fertigsoßen. Der Hauptfehler in der Soßenthematik ist die Überdosierung, die sich leider weniger leicht beheben lässt, als ihre kleine Schwester, die Unterdosierung. Nur selten ist eine Soße zu dick- oder zu dünnflüssig. Wenn es doch passiert, ist allerdings nicht mehr viel zu retten. Das versaut den besten Burger („Code 3: Kapitales Soßen-Desaster“).

(+) selbstgemacht

(-) Fertigsoße
(-) Überdosis

 

Beilagen:
Über etwaige Beilagen verlieren wir zwar auch immer ein paar wertende Worte, aber in die Burger-Note fließen diese nicht ein.

 

Architektur/Handling:
Es spricht natürlich an sich nichts dagegen einen Burger mit Messer und Gabel zu essen, ABER ein Burger muss den Anspruch haben, dass man ihn auch mit den Händen essen könnte, im Idealfall mit einer Hand, um die andere für die Pommes- und Getränkebetreuung frei zu haben. Der Burger darf daher insgesamt nicht zu dick sein und die Buns stabil. Die Buns schmecken angetoastet nicht nur besser, sondern sind aufgrund der Karamelisierung an der Oberfläche auch weniger anfällig für das Eindringen der Soße. Außerdem sollte aus dem Burger nicht allzuviel heraustropfen, am Besten keine Soße, kein Salat- und Tomaten-Wasser, aber vorallem kein Fett, das vom Patty trieft.

(+) mit den Händen zu essen
(+) angetoastet
(+) zur Mundöffnung passende Stärke

(-) bröckelige instabile Buns
(-) nicht angetoastete, zu weiche Buns
(-) zu dick
(-) Soße tropft heraus
(-) Salat- und Tomaten-Wasser tropft heraus
(-) zuviel oder zu dick geschnittene Beläge
(-) Bratfett tropft vom Patty

 

Note:
Wir vergeben die üblichen Schulnoten, wobei ein Burger, der nur aus Fertigkomponenten besteht bestenfalls eine 2 bekommen kann.

 

Preis-Leistung:
Neben dem Verhältnis von Note und Preis fließt hier auch die Menge mit ein.

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